Akku Explosionsgefahr?

    • Wenn man "mutig" ist, kann man versuchen aus dem defekten 3s einen "Reserveakku" mit 2s machen - wenn man die defekte Zelle lokalisieren und vom Rest trennen kann, ohne weiteren Schaden anzurichten

      Dazu sollte man aber nicht nur Erfahrung mit Akkus haben ... sonst ist die klassische Methode (Akku entladen > Kontakte abkleben > Sondermüll!) der Entsorgung etwaigen martialischen Methoden vorzuziehen

      Jedenfalls würde ich Akkus - wann immer möglich - in einem Safety Bag oder LiPo-Koffer transportieren und lagern!
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      paul > rccarmuseum.org
    • @Paul: War selbst versucht dies vorzuschlagen aber im Gegensatz zu früher bei den NiMh ist das mit Lipos nicht mehr ganz so harmlos. Und solange ich es nicht selbst probiert habe würde jeder Tipp auf reiner Theorie oder Vorstellung basieren.

      Ganz unerwartet bot sich aber am Wochenende die Gelegenheit da der 3S Lipo eines Kollegen durch einen falsche Verschaltung mit einem Y Kabel und Lipo Checker plötzlich nicht mehr funktionierte. Die Analyse ergab dass die Anschlüsse einer Zelle durch die falsche Verschaltung und den damit offensichtlich verbundenen sehr hohen Strom abgeschmolzen sind. Somit war zwar über den Balancer Anschluß noch ein 2S Akku messbar aber nicht mehr an den Leistungsanschlüssen.

      Das Öffnen des 3S Lipos ging noch einfach aber die drei Zellen sind über eine kleine Leiterplatte miteinander verbunden an der sowohl das Balancer Kabel als auch das Leistungskabel angeschlossen ist. Habe leider versäumt Fotos zu machen aber die Einfachheit der Leiterplatte ist kurz beschrieben. Diese dient lediglich dazu die 3 Zellen in Serie zu schalten und besteht nur aus Leiterbahnen und Lötpads - keine Bauteile drauf.

      Um den 3S Akku auf 2S umzubauen muss man die Leistungs und Balancer Kabel entfernen. Dazu benötigt man einen sehr starken Lötkolben da die Leistungskabel mit 4mm² und sehr feinen Litzen über die Leiterplatte und den Anschlußdraht des Lipos die Wärme sehr schnell wegsaugen. So einen Lötkolben hat vermutlich nicht jeder.

      Die eine abgeschmolzene Zelle muss dann entfernt werden, die Zellen sind mit einem sehr guten Klebstoff miteinander verklebt sodass man diese nur mit einem Messer chirurgisch trennen kann. Dabei besteht die Gefahr dass man die silberne Folie verletzt wie es auch uns bei der defekten Zelle passiert ist. So sieht die entfernte Zelle dann aus. Sie ist auch etwas verbogen durch das Entfernen.



      Anschließend will man ja einen smarten Akku haben und verkleinert die oben erwähnte Leiterplatte von 3 Anschlüssen auf 2 (3S->2S) Wir haben die Leiterplatte nicht komplett von den Zellen getrennt zum Verkleinern sondern dies am lebenden Objekt unter Schweißperlen auf der Stirn durchgeführt um nur ja die anderen Zellen nicht zu verletzen. (Laubsäge) Es hat funktioniert, wir haben den nun nicht mehr benötigten Teil der Leiterplatte abschneiden können.

      Nun beginnt erneut die Löterei und man lötet sowohl die Leistungskabel als auch die Balancer Kabel - ABER NUN ANDERS - nämlich für 2S an. Der Stecker passt dann mit 4 Polen ja auch nicht mehr, OK, den haben wir einfach um einen Pol mit dem Messer gekürzt.

      Abschließend wird der Akku mit Klebeband wieder in Form gebracht und die Lötstellen isoliert. Die durchsichtige Schrumpf-Folie fehlt jetzt nämlich da die anfangs entfernt werden musste.

      Fazit: Es ist gelungen, der Akku hat schon einen High Power Run in einem Buggy durch aber meine KLARE EMPFEHLUNG IST - MACHT DAS NICHT NACH! Es geht vielleicht nicht immer gut! - ich schreib das hier nur damit ich nicht aus reiner Theorie sagen kann - macht das nicht. Wir habens probiert!
      Es ist eine ziemliche Fummelei, dabei können die lebenden Zellen auch beschädigt werden und man benötigt einen starken Lötkolben mit Löterfahrung und Messmöglichkeiten (Multimeter) sowie das Know how wie das Balancer Kabel dann anzuschließen ist.

      Somit - Finger weg, lasst die Lipo Hersteller auch was verdienen. :)
    • @ cybergreeny
      ich habe deswegen auch "vorsichtig" formuliert und keine bebilderte Anleitung angehängt > ich hab das schon ein paar Mal gemacht (relativ problemlos!), aber ich glaube, dass ich mich schon eine Zeit lang mit Akkus beschäftige :rolleyes:

      Und FrankRooster hat ja auch geschrieben, dass er es nicht versuchen will > was ich sehr vernünftig finde ... nicht nur wegen der LiPo Hersteller, die nicht über Geschäftsentgang klagen müssen :P

      Andererseits finde ich es halt auch schade, wenn man Sachen entsorgt, die man (teilweise) noch verwenden könnte - aber da mag auch an meinem "Reparaturfimmel" liegen kann :)
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      paul > rccarmuseum.org
    • paul schrieb:


      Andererseits finde ich es halt auch schade, wenn man Sachen entsorgt, die man (teilweise) noch verwenden könnte - aber da mag auch an meinem "Reparaturfimmel" liegen kann :)

      Da bin ich voll und ganz Deiner Meinung....

      auch wenn es sich zb. nur um ein noch so banales Teil wie eine Schlauchaufrollung handelt. Wird nix weggeschmissen solange es nicht irgendwie wieder zusammenzuschustern ist :) Und wenn´s nicht mehr geht bleibt sicher ein Teil davon übrig den man für was anderes brauchen kann. Fast schon eine Sucht.

      Reparieren hat viel Positives: Erfolgserlebnis, Sparen, Wissenserweiterung, Zeitvertreib, uvm.

    • ja, es kann leider immer "was sein" - weil man ja nicht in die Akkus reinschauen kann z.B. Beschädigung der Trennfolie (= interner Kurzschluss)

      Darum auch (meine) generellen Empfehlungen:
      Akkus IMMER unter Aufsicht laden (damit man schnell abschalten und reagieren kann)
      Akkus IMMER in einem Safety Bag laden - und auch darin lagern und transportieren (das sollte das Ärgste verhindern)

      Außerdem rate ich von der Verwendung von Softpacks im RC-Car ab - weil Beschädigungen leichter möglich sind :(

      Hoffentlich passiert nix - würde ich dir wünschen! :rolleyes:
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